Unterstützungsverein Christophorus e.V.

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Richtfest der Behindertenwohnanlage in Erbach

Nieder-Ramstädter Diakonie baut ehemaliges Krankenhaus um und schafft 48 Wohnplätze

Manfred Giebenhain

Rund zehn Monate nach dem ersten Spatenstich versammelten sich auf dem Gelände im Erbacher Wohngebiet Am Brühl 10 zusätzlich zu den Handwerkern wieder geladene Gäste und mögliche Bewohner ein. Beim Richtfest der vier Wohneinheiten für geistig behinderte Menschen stellte Walter Diehl, Vorstandsmitglied der Nieder-Ramstädter Diakonie (Mühltal), in schwäbischer Manier fest: „Es ist nicht schlecht geworden.„ Kenner wissen, das dies dem höchsten Lob entspreche. Sein Dank richtete sich daher zuerst an die beteiligten Firmen. 48 geistig behinderte Menschen sollen hier im Frühjahr 2007 ein neues Zuhause finden. Acht Plätze sind dem Trainingswohnen und vier der Kurzzeitpflege vorbehalten. Entsprechend groß war der Andrang an Interessierten, deren Eltern und Betreuer sowie Vertreter und Mitarbeiter sozialer Einrichtungen aus der Region.

 

Der Tradition entsprechend begaben sich Architekt, Zimmermann und Bauherr auf das Dach des Mittelbaus und Walter Diehl schlug für den Bauherren den letzten Nagel ein. Zimmermann Jörg Wagner aus dem sächsischen Breitenbrunn (Erzgebirge) wünschte den künftigen Bewohnern viel Freude im neuen Domizil, trank sein erstes Glas zum Wohl des Bauherren, das zweite auf den Architekten und leerte ein drittes mit Blick auf seine rund zehnköpfige Mannschaft und andere anwesende Handwerker.

 

Mit Stolz verkündete Architekt Thomas Essmann vom Darmstädter Büro Nieper und Partner, dass an den bisherigen Arbeiten Firmen aus acht Bundesländern beteiligt waren. Fünf Unternehmen kommen aus Hessen, darunter eines aus Michelstadt. Die neuen Wohneinheiten stehen ringförmig um das Altbaugebäude, das früher als Krankenhaus und später als Altenpflegeheim genutzt wurde. Das Sand- und Backsteingebäude wird zu einer Tagesstätte mit 40 Plätzen umgewidmet. Eßmann lobte das veränderte Sicherheitsbewusstsein am Bau: „Im Inneren haben wir das Gebäude, wie man so schön sagt, auf links gekrempelt.„ Die Frage, was kann wann einstürzen, begleitete ständig die Entkernungsarbeiten. Bis auf einen Bänderriss eines Bauarbeiters seien aber keine ernsthafte Verletzungen zu verzeichnen gewesen.

 

Als beste Bauplanung des Jahres 2003 wurde das Objekt vom Odenwaldkreis mit 1000 Euro für seine „hervorragende städteplanerische Lösung in einem schwierigen Geländebereich„ ausgezeichnet. Die Anfänge der Idee reichen noch weiter, auf zwölf Jahren zurück. Probleme beim Mittelzufluss des Landes hätten den Baubeginn um Jahre verzögert, räumte Walter Diehl auf Nachfrage ein. Auf 5,3 Millionen Euro belaufen sich die Gesamtkosten. Der Landeswohlfahrtsverband Hessen beteiligt sich mit rund 2,4 Millionen durch Zuschüsse und Darlehen, das hessische Sozialministerium mit 0,41 Millionen und die Aktion Mensch mit rund 0,93 Millionen. Aus Eigen- und Spendenmittel müsse der Träger den Rest von rund 1,6 Millionen Euro aufbringen. Rückhalt erfährt er dabei vom Unterstützungsverein Christophorus Südhessen, für den Elke Mühlhäuser anlässlich des Richtfestes eine Spende über 5000 Euro übergab.

 

Der Neubau der Erbacher Wohn- und Fördereinrichtung ist Teil der Reginalisierung von Wohn- und Betreuungsangeboten der Nieder-Ramstädter Diakonie. Bis zum Jahr 2015 sollen rund 400 der derzeit 570 stationären Plätze von der Kerneinrichtung in Mühltal im gesamten südhessischen Raum verteilt werden. Ziel dieses Dezentralisierungsprozesses sei es, wohnortnahe Angebote für Menschen mit geistiger Behinderung zu machen und dadurch auch bessere Voraussetzungen zur Integration behinderter Menschen in der Gesellschaft zu schaffen. Tom Wäsche, zuständig für die beiden neuen Wohneinheiten in Groß-Bieberau und Erbach, geht davon aus, dass sich der Anteil von behinderten Menschen, die aus Mühltal umziehen werden und Neuaufnahmen etwa die Waage halten werden. In der Tagestätte werden auch Menschen erwartet, die bisher Angebote der gemeinnützigen Sozialeinrichtung Integra GmbH genutzt haben. Umgekehrt werden die werkstattfähigen Bewohner der neuen Einrichtung künftig tagsüber die Integra-Werkstätten besuchen. Auch mit Stellenausschreibungen für das Betreuungspersonal sei zu rechnen.